Wölfe in Deutschland: Immer mehr werden illegal getötet

Ihre Rückkehr gefällt nicht jedem. Insgesamt sind in Deutschland 64 Wölfe der Wilderei zum Opfer gefallen. Die meisten Fälle konnten niemals aufgeklärt werden.

Seit dem Jahr 2000 steht fest: Der Wolf hat nun auch in Deutschland eine neue alte Heimat gefunden. Was Naturschützer freut, ist zum Beispiel für viele Nutztierhalter problematisch. Da Wölfe auch Schafe und andere Weidetiere reißen, gibt es laute Stimmen, die sich gegen Wölfe in Deutschland aussprechen. Nicht selten passiert es, dass die streng geschützten Tiere ohne Genehmigung getötet werden.

Bild: Vincent van Zalinge (Unsplash)
Auch die Anzahl der grauen Wölfe in Deutschland nimmt stetig zu – Bild: Vincent van Zalinge (Unsplash)

Wilderei nimmt zu – 11 erschossene Wölfe 2021

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland insgesamt 11 Wölfe illegal getötet. Damit erreichte dieses Jahr den Höchststand, nachdem gleich drei erschossene Tiere in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt wurden. Im Vorjahr gab es acht rechtswidrige Tötungen, in den Jahren 2019 und 2018 jeweils neun. Es wird zudem eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Bisher konnte kaum einer dieser Fälle aufgeklärt werden. Doch nicht nur Wölfe sind betroffen. Auch Luchse und zahlreiche Greifvögel fallen der Wilderei zum Opfer.

Laut den jüngsten Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundess zum Thema Wolf gibt es in Deutschland derzeit 128 Wolfsrudel, 39 Wolfspaare und neun Einzeltiere. Im Jahr 2020 wurden im ganzen Land 942 Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere registriert. Die meisten fanden in Brandenburg und Niedersachsen statt.

Bild: Federico Di Dio (Unsplash)
Bild: Federico Di Dio (Unsplash)

Politik trägt Mitschuld daran, dass die Wölfe in Deutschland illegal gejagt werden

Ralf Schulte vom NABU-Bundesverband (Naturschutzbund Deutschland) fordert die strafrechtliche Verfolgung jeder einzelnen illegalen Tötung und erklärt, dass das Wildern von Wölfen kein gutes Mittel sei, um Weidetiere zu schützen. Schulte sieht dabei die Verantwortung in der Politik. Herdenschutz würde kaum unterstützt werden und in den Ländern fehle es an entsprechenden Fachstellen für Kriminalität im Bereich Artenschutz. Für beide Seiten – für den Wolf und für die Nutztierhalter – muss etwas getan werden.

„Die Politik muss den Fokus auf Unterstützung im Herdenschutz legen, anstatt immer wieder Bejagung von Wölfen in Aussicht zu stellen – die derzeit rechtlich ausgeschlossen und praktisch nicht sinnvoll ist.“ – Ralf Schulte, NABU

Derzeit fordert der Deutsche Jagdverband den Status des Wolfes von „streng geschützt“ in „bedingt geschützt“ zu ändern. Doch selbst, wenn es dazu kommen sollte, dürfte noch lange nicht jeder Jäger Wölfe schießen.

Auch der Bayrische Bauernverband rief zum Protest auf, woraufhin in München rund 1200 Landwirte demonstrierten. Sie forderten besseren Herdenschutz und ebenfalls eine Minderung des Schutzstatus.

Bild: Steve Felberg (Pixabay)
Bild: Steve Felberg (Pixabay)

Grundsätzlich hohe Akzeptanz für den Wolf in Deutschland

Laut einer Umfrage des NABU finden 77 Prozent der Befragten gut, dass wieder Wölfe durch deutsche Wälder streifen. Die Bevölkerung ist dem Wolf also grundsätzlich positiv gestimmt. „Wir müssen wieder lernen mit Wölfen zu leben“, betont Schulte. Es liegt jetzt also in den Händen der Politik alle Sorgen ernst zu nehmen und eine gemeinsame Lösung zu finden.

Buchtipps zum Thema Wolf

Wir haben für euch noch ein paar interessante Bücher zum Thema “Wölfe in Deutschland” zusammen gestellt:

Letzte Aktualisierung am 11.02.2022 um 22:40 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API